Bundestagspräsident Norbert Lammert in seiner Rede zur Gedenkstunde für die Opfer des Nationalsozialismus: “Da sind Einzelne, Vereine, ganz Dörfer, da sind Menschen, die den Rechtsextremen, die durch ihre Städte marschieren wollen, immer wieder entgegentreten und zeigen: Wir dulden eure Diffamierungen, eure Gewalt, euren Hass nicht, schon gar nicht eure Gewalt. Es sind Menschen, die Zivilcourage beweisen, die nicht wegsehen, Diskriminierungen nicht unwidersprochen stehen lassen. Es sind Menschen, die ein Beispiel geben, die Mut machen …
(er vergaß in seiner Betroffenheitsbesoffenheit offensichtlich Folgendes hinzuzufügen, das kann ja in der Aufregung schon mal passieren:
Es sind Menschen, deren Arbeit durch eine Fachministerin, die meiner Partei angehört, beeinträchtigt, diffamiert und z.T. unmöglich gemacht wird.
Es sind Menschen, die in nicht seltenen Fällen von den Nachfolgern derjenigen, die die bisher schrecklichsten Verbrechen begangen haben, in staatlichem Auftrag des Parlaments, dessen Präsident ich bin, beobachtet. bespitzelt und denunziert werden.
Es sind Menschen, die bei den Gewaltandrohungen und -anwendungen seitens der ideologischen Nachfolger der NS-Verbrecher in dem Staat, auf den ich so stolz bin, in der Regel schutzlos gelassen werden.
Es sind Menschen, dir nur auf’s Äußerste bestürzt und resigniert zur Kenntnis nehmen mussten, dass in dem Staat, auf den ich so stolz bin und in dessen oberstem Parlament ich Präsident bin, wieder offen von einem “Juden-Gen” gesprochen werden darf und rassehygienisches Gedankengut, nur wenig kosmetisch verbrämt, wieder von vielen meiner ParlamentskollegeInnen geduldet und z.T. sogar promotet wurde und wird.
Es sind Menschen, die ebenso bestürzt die skandalösen Auschwitzvergleiche des Ex-Taxifahrers, später Außenminister, Fischer zur Legitimierung eines völkerrechtswidrigen Krieges – als Dammbruch für eine dem Gedenken der Weltkriege-Leidtragenden gegenüber nur zynisch zu bezeichnenden Haltung der Remilitarisierung für geostrategische, regime-change und andere Interessen, denen vor allen Dingen gemein ist, dass sie mit Menschenrechten aber auch gar nichts zu tun haben – herangezogen wurden.
Es sind Menschen, die bestürzt und so aufgebracht, wie es eigentlivh alle Demokraten sein müssten, die Beteiligung der Bundeswehr an Kill-Kommandos der US- bzw. NATO-Streitkräfte versuchen zu skandalisieren und dabei von einer gespentistischen Mauer des (Ver-)schweigens in der öffentlichen Diskussion in dem Staat, auf den ich so stolz bin und in dessen oberstem Parlament ich Präsident bin, umgeben werden.
Es sind Menschen, deren Aufruf zur Solidarität mit zwei von aggressiven Kräften berohten Völkern böswillig zur Solidarität mit Diktatoren umgedichtet wurde. Dies fand in dem Parlament, dessen Präsident ich bin in einem Land, auf das ich so stolz bin, alles statt”;
Ich habe mir erlaubt, den versehentlich vergessenen Text wieder einzufügen, Herr Lammert wird mir das sicher nachsehen, J.V.).
achim

